Hast du schon mal darüber nachgedacht, warum es dir oft so schwer fällt, nicht loslassen zu können?

Auf Kindergeburtstagen haben wir früher gern ein Gedächtnisspiel miteinander gespielt, das hieß:

„Ich packe meinen Koffer und lege ? hinein.”

Auch in unserem alltäglichen Leben „spielen“ wir dieses Spiel unbewusst immer wieder, wie in einer Endlosschleife. Wir packen in unser Gedächtnis im Laufe unseres Lebens alles Mögliche hinein: Erinnerungen, Erfahrungen, Begegnungen, Lerninhalte, Glaubensmuster, Denkweisen, Gedanken über Gedanken, die wiederum Gefühle mit sich bringen. 

 

Was für einen Koffer trägst du mit dir rum?

Unser Gedächtnis (Koffer) wird voller und voller, weil wir nicht kontrollieren, was wir mitnehmen oder vielleicht auch wieder auspacken möchten, was wirklich gut und sinnvoll für uns ist. Wir stopfen einfach immer wieder alles dort hinein, wie ein „Schlafwandler“, der sich nicht bewusst darüber ist, dass er jede Nacht aus dem Bett aufsteht und durch die Gegend läuft. 

Was uns begegnet, packen wir ein, egal ob es hilfreich für uns ist oder uns eher belastet. Es wird nicht kontrolliert. Wir fragen nicht noch einmal ab, ob wir noch wissen, was sich in unserem „Koffer“ alles befindet. Es wird irgendwo in den Tiefen unseres Unterbewusstseins gespeichert, was sich dort so alles an „Nützlichem“ und „Müll“ befindet, doch bewusst abrufen, können wir dies nicht mehr. 

Dies tun wir meist so lange, bis unser „Koffer“ überquillt, wir ihn nicht mehr schließen oder tragen können.

Wir gehen mit „schwerem Gepäck“ durchs Leben und zu diesem Zeitpunkt hat sicher schon unsere Seele und/oder unser Körper auf die vielen unbewussten „Lasten“ reagiert.

Es ist wichtig, sich über seine Lasten bewusst zu werden, aufzuräumen und überflüssigen Ballast abzuwerfen.

Deinen Körper kannst du dir beispielsweise bildlich visualisiert, auch wie einen „Komposthaufen“ betrachten. Wirfst du immer nur neuen Müll auf ihn, fängt er irgendwann an zu „stinken“ und gärt nur vor sich hin. Doch lässt du ihm Zeit zum Entwickeln und trägst dann immer mal wieder einige der entstandenen nährstoffreichen Erdschichten ab, kannst du diesen wundervollen „Mutterboden“ gut als Dünger für neu wachsende, zarte Pflanzen und Blumen benutzen und sie werden bald in voller Pracht und Schönheit erblühen. Mit der Zeit entwickelt sich ein prächtiger Garten, pure Vielfalt entsteht und keine öde, staubtrockene Wüste, in der kaum etwas Lebendiges Wurzeln schlagen kann.

Umgehst du diesen bewussten Schritt der Selbstbeobachtung und unterbrichst/blockierst irgendwo den natürlichen Kreislauf deines „Gartens“, indem du nicht aktiv das Unkraut entfernst oder faulige Schichten abträgst, fängt es an zu „stinken“. 

Möchtest du also leichter durch dein Leben gehen, voller Vitalität und Energie, dann lass los, was dich behindert, blockiert oder dich immer noch verletzt.

Loslassen heilt deine alten Wunden und Narben und dadurch verlierst du dein Gepäck. Es ist ein Prozess, dem du in die Augen schauen solltest und dem du Zeit geben musst. Es bedarf dem Mitgefühl und der Liebe, dir selbst und deinen Mitmenschen gegenüber. Kampf ist hier fehl am Platz und sinnlos. Es kostet nur deine Kraft und Energie. Denn Kampf, bedeutet festhalten und Kontrolle.

Durchs Loslassen findest du zu deiner inneren Ruhe und Mitte.

 

Wer loslässt, hat beide Hände frei!

 

Warum schaffst du es so häufig nicht loszulassen?

Dies kannst du gut an einem cleveren Beispiel aus Indien erkennen, in dem es um das Thema Loslassen geht:

 

Wie in Indien die Affen gefangen werden

Nicht loslassen können

In Indien gibt es eine ausgeklügelte Methode, wie man in ländlichen Gebieten Affen fängt. Man baut eine Kiste, in die man, durch Gitterstäbe von außen sichtbar, eine Banane legt. Die Kiste hat eine Öffnung, in die genau die Hand eines Affen durchgreifen kann. Der Affe entdeckt nun die Banane, greift hinein und will die Banane herausziehen. Das Problem dabei ist, dass er seine Hand zu einer Faust macht, sich dadurch das Volumen seiner Hand vergrößert und nicht mehr durch das Loch in der Kiste passt. Er bekommt die Hand mit der Banane nicht mehr heraus. Interessanterweise lässt der Affe die Banane ab jetzt einfach nicht mehr los und kann so von den Fallenstellern gefangen werden.

 

Der Affe könnte sich retten, wenn er von seinem ursprünglichen Ziel loslassen könnte. Er tut es aber nicht. 

Genauso ergeht es immer wieder im Leben jedem Einzelnen von uns mit Situationen, Dingen, Menschen, Gewohnheiten, Gefühlen und Gedanken, die wir im Moment noch festhalten und einfach nicht loslassen wollen. Denn die Banane erscheint uns einfach so appetitlich und so unentbehrlich.

Doch das krampfhafte Festhalten schadet uns am Ende mehr, als wir durch das Festhalten jemals gewinnen könnten.

Stell dir einmal die Frage, was du gerade in deinem Leben nicht loslassen möchtest?

  • Was erkennen wir, wenn wir dies anhand dieser Geschichte betrachten?

Der Affe möchte die Banane nicht loslassen und öffnet deswegen seine Faust nicht, damit sie durch die Öffnung der Kiste passt.

  • Warum tut er dies nicht?

Weil er denkt, dass ihm dann die Banane verloren geht und er selbst leer aus der Situation heraus geht.

  • Doch welches Gefühl steht hinter diesem Gedanken und müssen wir dies nur Erkennen, benennen und verstehen, um loslassen zu können?

Der Affe in der Geschichte erlebt gerade das Gefühl der Angst. Er hat Angst die Banane nicht zu bekommen und dadurch kann er keinen anderen Lösungsweg mehr erkennen und darüber nachsinnen.

Also ist die Situation nicht die Ursache für sein Problem, sondern wie er sich jetzt gerade fühlt und wie er den Ausgang dieses Ereignisses durch sein „Denken / seine Intuition“ für sich im Voraus beurteilt.

Diese Tatsache macht auch verständlich, warum Menschen so oft auf dieselbe Situation unterschiedlich reagieren.

Wir können dir nur raten, immer wieder die Art und Weise, wie du denkst, und deine Sichtweise zu überprüfen, denn dies sind die ausschlaggebenden Punkte, wie du dich als Folge davon fühlst und zu welcher Handlung du dich im Endeffekt entscheidest.

Nicht umsonst lehrte Epiktet uns schon vor etwa 2.000 Jahren dies:

 

Nicht die Dinge machen uns zu schaffen, sondern die Art und Weise, wie wir diese wahrnehmen.

 

Nimm einen Perspektivwechsel vor! Nimm dein Denken auseinander. Wiederlege deine Argumente und schau dir auch die Gegenseite an.

 

4 Schritte, um besser loslassen zu können

Hier ist ein kleiner „Wegweiser“ für dich, an dem du dich orientieren kannst, wenn es dir mal wieder schwer fällt loszulassen, folge dann diesen 4 Schritten:

  • Tritt innerlich einen Schritt zurück und betrachte deine momentane Situation und zwar als unparteiischer Außenstehender, möglichst emotionslos.
  • Nun bewerte ganz neutral deine Situation. Wie sehen die Fakten aus?

 

  • Warum fühlst du so in dieser Situation? Was ist der Ursprung und dein „Trigger“ (ein Geräusch, ein Geruch, ein Bild oder eine Stimme, eine Person, die du mit einer bestimmten Situation entweder als positiv/negativ oder vertrauensvoll/gefährlich für dich in deinem Unterbewusstsein gespeichert hast und immer wieder automatisch darauf als Auslöser reagierst) für deine Reaktion und deine Beurteilung dessen, was gerade geschieht?

 

  • Erkenne das eigentliche Problem, deine Gedanken und Gefühle und reagiere nicht auf deine automatisierten Denk- und Handlungsmuster.

Mache dir bewusst, dass alles, was geschieht, die Bedeutung hat, die du ihm gibst. Du hast die Wahl! Immer!

Lerne dich selbst kennen und finde heraus, wie du außerhalb deines automatisierten Verhaltens und deiner gewohnten Reaktionen noch handeln kannst. Schaffe dir Alternativen und neue Variationsmöglichkeiten.

 

Loslassen ist nicht Loswerden.

Loslassen ist Seinlassen.  - Jack Kornfield

 

Also, lass sein, was dir nicht gut tut und stärke in dir, was du bisher zurückgehalten hast. 

 

Wie lernen wir unsere Vergangenheit loszulassen?

Entscheide dich bewusst dafür loszulassen. Dann wirst du sicherlich bald fühlen, dass deine Reise leichter wird.

Loslassen bedeutet auch Abschied nehmen von deinem gewohnten Blick auf Dinge zu schauen und von eingefahrenen Denkmustern.

In deinem „Koffer“ hast du all das abgelegt, was du in deinem Denken und Fühlen immer noch fest hälst. Dieser Inhalt kann dich schwer oder leicht machen. Dein Körper speichert all die Dinge und drückt sie irgendwann durch Symptome aus.

Dein Körper ist ein Spiegel für deine Gedanken, Reaktionen und Gefühle.

Mach dir jeden Tag immer wieder bewusst, dass du diesen ganzen alten Ballast loslassen kannst, auch wenn du ihn schon viele Jahre mit dir herumschleppst.

Du bist zu 100 Prozent für dein Leben verantwortlich und kannst es jederzeit verändern. Niemand sonst hat die Kraft und Macht dazu, dies für dich zu tun, nur du hast die Befugnis dafür.

 

Nichts ändert sich, bis man sich selbst ändert.

…und plötzlich ändert sich Alles.💫

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